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BAM&DICE - Hinter der Kulisse

Written by Konrad. Posted in Projekte

Hallo interessierter Leser,

in den letzten Wochen waren wir eifrig beschäftigt mit dem Abschluss der BAM&DICE-Kampagne bei Indiegogo. Unser Funding-Ziel konnten wir zwar nicht erreichen, sind aber mit dem Ergebnis von 1.305 € für unsere erste Kampagne sehr zufrieden. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender und Unterstützer an dieser Stelle. Vorab können wir sagen, dass wir bis zum Ende Juni mit der Auslieferung der ersten BAM&DICE-Systeme beginnen können.

Doch was lief inzwischen bei 2PrintBeta? Zunächst mussten wir uns in Anbetracht begrenzter Finanzmittel überlegen, wie wir das Projekt kostengünstig umsetzen. Eine zu kleine Produktionsmenge resultiert in hohen Stückkosten, die für den potentiellen Kunden auch mit gutem Willen nicht mehr bezahlbar sind, da die initialen Aufwände für Platinen, Bauteile und allein schon die Lieferkosten immer ordentlich zu Buche schlagen. Nach Stücklistenoptimierungen und ca. einem Tag fleissiger Rechnerei einigten wir uns auf die schlussendlichen Stückzahlen und Projektelemente, die wir umsetzen würden.

Da sich auch schon vorab die Frage der externen Bestückung erübrigte, kam für uns nur in Frage, die Platinen selbst zu bestücken. Wer selbst Elektronik bastelt und hin und wieder seine Prototypen testet, kennt das gute Gefühl, wenn der Print endlich fertig ist und auf bewegte Elektronen wartet. Meistens bemerkt der ambitionierte Tüftler erst dann, dass hier und da ein Bauteil vertauscht und/oder sich Lötbrücken eingeschlichen haben. Um diese Fehlerquellen so gut wie möglich zu vermeiden, ist es ratsam, die Platinen möglichst am Stück und in einem wiederholbaren Prozess zu fertigen. Also machen wir uns vorab an die Basteleinheit: "Reflow-Ofen", um mit den eigens gefertigten Lötmasken und Lötpaste nicht nur effizient, sondern auch fehlerfrei zu arbeiten.

Kaum ein Bastelprojekt ist so gut im Internet mit Viedos, Schaltplänen und Skizzen dokumentiert, wie ein umgebauter Pizza-Ofen, weshalb wir an dieser Stelle darauf verzichten. Im Wesentlichen besteht der Ofen nun aus einem alten 30€-Pizzaofen, einer Relaiskarte im Gehäuse (ACHTUNG: 230V) und BAM&DICE mit einem DICE-VN für die Relais und DICE-TC für die Temperaturerfassung.

Relaisplatine

Den Pizzaofen haben wir mit Glasfaser isoliert, um steilere Temperaturgradienten zu erreichen. Schlussendlich sieht das Schmuckstück nun so aus und unterstützt uns bei der täglichen Arbeit.

Lötofen

Für die Bedruckung der Platinen mit Lötpaste verwenden wir die eigens geschnittenen Lötmasken aus unserem Lasercutter. Mit einer 150µm Mylarfolie und den richtigen Parametern sind selbst kleine Strukturen für FinePitch-Bauteile im TSSOP-Gehäuse kein Problem und wunderbar aufgelöst. Mylarfolie ist zwar nicht so beständig wie eine Metall-Maske und kann beim Rakeln verkratzen, doch auch nach exzessiver Verwendung (20-30mal)  haben wir noch keine Mängel an den Aussparungen festgestellt, weshalb wir auch in Zukunst auf diese kostengünstige Variante setzen werden. Vorraussetzung ist natürlich ein pfleglicher Umgang mit dem Material und die Reinigung mit Alkohol nach der Verwendung.

Stencil für BAM&DICE

Einen herzlichen Dank auch an Firma Löhnert, die freiwillig eine Probepackung ihrer Bleifrei-Lötpaste zum Projekt beisteuerte. Unsere Ergebnisse mit der Paste sind ausgezeichnet und alle Facetten der Verarbeitung wie Standzeit, Hafteigenschaften, Haltbarkeit und Lötbild sind hervorragend. Von daher können wir die Paste nur empfehlen.

Schlussendlich fehlt im Arbeitsablauf nur noch die Teststation. Was liegt näher, als für die DICE-Boards einen Breadboard-Adapter zu verwenden. Also eingesteckt und angeschlossen ans Labornetzteil, Strombegrenzung rein und Messgerät in Serie. Einfacher geht es nicht! Mit den gemittelten Stromwerten der ersten Serie an DICE-Boards und den Abweichungen bei Fehlern kann schon mit hoher Sicherheit (>80%) vom funktionierendenj Modul ausgegangen werden. Die kleineren Lötfehler bei abweichenden Modulen sind dann schnell gefunden. Anschliessende Funktionstests mit dem BAM-Shield runden den Test ab und die Teile können in die GUT-Kiste absortiert werden.

Ein kompletter Satz unserer Module sieht nun so aus:

Logo-BAMDICE

AlleModule

Die beste Nachricht zum Schluss: Wir sind nahezu fertig und liegen in der Endphase der Tests. Die nächsten Tage werden wir BAM&DICE in unseren Shop einführen, die Dokumentation vervollkommnen und nach und nach unser Sortiment um einzelne Artikel erweitern. Wir freuen uns, euch bald die fertigen Module zu präsentieren und die Community mit einem neuen Vorstoß in leistungsfähigere Dimensionen der Automatisierung zu unterstützen.

Freundliche Grüße,

Konrad Meyer - 2PrintBeta Team

Comments   

0 #2 Konrad M. 2015-02-13 18:11
Servus HaJo,

danke für den Input. Hast schon recht, der Aufbau genügt grad mal so zum testen, ob es geht. Die Kontakte haben wir aber sauber ausgebohrt. Das sieht man auf dem Bild wohl nicht.

Nunja, also mal an dieser Stelle mal den Hinweis: "Liebe Kinder, bitte nicht zuhause nach machen!"

Herzliche Grüße,

Konrad
Quote
0 #1 HaJo 2015-02-13 17:28
Hallo,

bei dem Foto der Relaiskarte für den Pizza-Ofen komme ich ins Grübeln. Netzspannung und Lochrasterplatt en sind keine gute Kombination. Die Mindestkriechst recken werden durch die Pads reduziert. Sind um die Netzspannung führenden Pads die benachbarten Pads entfernt worden?
Besser geeignet sind Relais, deren Spulenanschlüss e als Printanschlüsse , die Schaltanschlüss e aber auf der Oberseite des Relaisgehäuses als Flachstecker ausgeführt sind. Praktisch sind auch (gesockelte) Relais mit Schraubanschlüs sen zur Hutschienenmont age. Dazu Sammelklemmen für Nulleiter und PE.

Viele Grüße,
HaJo
Quote

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