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Kabelablängmaschine

Written by BonsaiBrain. Posted in Projekte

Hi Community,

Für einen Kunden benötigen wir immer wieder unterschiedliche Längen an Litze, Teflon-Schlauch und Schrumpfschlauch. Nachdem die Nachfrage stetig immer größer wird und manuelles Zuschneiden dann doch seine Zeit in Anspruch nimmt, dachten wir uns, hier würde sich ein Automat ganz gut machen.

Doch wie so oft: Ein industrieller Kabelablängautomat ist nicht günstig. Also blieb nur noch eines: Selber bauen.

Das Prinzip ist recht simpel: Ein motorbetriebener Vorschub für's Kabel und am Ende etwas, was das Kabel abschneidet. Beides wird mit Schrittmotoren angesteuert, so dass wir hier ein BAM&DICE Board mit zwei DICE STK verwenden konnten.

Also Vorschub diente ein Satz an RC-Reifen mit Felgen, welchen wir einmal zu Testzwecken gedruckt haben. Doch mit was schneidet man am Ende das Kabel durch?

Die Ideen reichten von Rasierklingen bis hin zu einer Halterung für einen Dremel mit Schneideblatt. Doch ein kurzer Test ergab: Eine Schere ist ausreichend. Also wieso nicht einfach eine Schere?

Nach der Idee kommt die Durchführung. Ein Motor wurde mit einer Antriebsscheibe mit einem hervorstehenden Stift versehen und bewegt somit die Schere, deren zweites Schneideblatt mit Schrauben fixiert wurde:

ablaenger3 web

Vor und hinter den Antriebsrädern wurde eine Führung angebracht, welche die Kabel daran hindert seitlich abzuhauen.

Nach den ersten paar Schneidetests mit einer stark gewellten Litze ergab sich noch ein kleines Problem mit dieser Kabelführung:

In dem Moment, in dem das Kabel geschnitten wird, neigt es dazu hinter der Klinge abzuknicken. Dies führt dazu, dass das Kabel nicht mehr zwischen die beiden Klingen der Schere geschoben wird.

Stattdessen rutscht es darunter durch, verkeilt sich und der Vorschub funktioniert nicht mehr.

Abhilfe hat eine kleine Feder aus POM geschaffen. Diese sorgt dafür, dass beim nächsten Schnitt das Kabel hinter der Klinge hervorgeholt wird. Gleichzeitig ist die Felder gezackt, was bei stärkeren Kabeln dafür sorgt, dass dieses nicht an der Klinge entlangrutscht, sondern an einer der Zacken der Feder hängen bleibt.

ablaenger4 web

Wie bereits erwähnt, wurde das Ganze mit einem BAM&DICE angesteuert, welches wir geschickt in die Schneidemaschine integriert haben:

ablaenger2 web

Somit ist es in Zukunft ein Leichtes, die für unseren Kunden benötigten Kabel auf Knopfdruck zuzuschneiden.

So richtig schick ist es zwar nicht geworden, doch es funktioniert erstaunlich zuverlässig und die Gesamtkosten liegen bei etwa einem Zehntel dessen, was ein fertiger Kabelablängautomat kosten würde.

ablaenger5 web

Zuletzt noch ein kleines Video, in welchem man unser Meisterwerk in Aktion beobachten kann:

Mit besten Grüßen vom Bodensee

Euer 2PrintBeta - Team

Papier Prägezange

Written by BonsaiBrain. Posted in Projekte

Hallo Community,

Im Urlaubsmonat August haben wir uns mit neuen Anwendungen der Kombination 3D Drucker und Lasercutter auseinandergesetzt.
Inspiriert durch die "Pocket Business Card Press" von spring_melt haben wir ein wenig nach Papierprägemaschinen "gegoogled" und sind recht schnell fündig geworden.

Das Prinzip ist recht simpel und doch elegant und eindrucksvoll:

Das Papier wird mit Hilfe von zwei komplementären Schablonen geprägt. Auf einer Schablone steht der Text über (Positiv) auf der gegenüberliegenden Schablone ist der Text gespiegelt und vergrößert eingraviert (Negativ).

schablone web

Vergrößert ist eigentlich nicht ganz richtig. Es handelt sich um ein sog. Offset, d.h. eine Umrandung mit einem definierten Linienabstand:

offset

Diese Schablonen lassen sich zwar auch mit einem 3D Drucker herstellen, ein Lasercutter ist hier allerdings sinnvoller, da beim 3D Druck 90° Überhänge entstehen, die nicht 100%ig sauber gedruckt werden.

Wichtig ist, dass die beiden Schablonen exakt übereinander liegen. Schon ein Versatz von einem Zehntel Millimeter führt dazu, dass die Prägung nicht mehr funktioniert.

Ebenfalls wichtig ist die Höhe des Überstandes der positiven Buchstaben und die Größe des Offsets bei den negativen Buchstaben. Sind die Buchstaben zu hoch oder das Offset zu klein, wird das Papier nicht geprägt sondern gestanzt bzw. die Buchstaben reissen an den Rändern ein.

Nach ein paar Experimenten hatten wir die richtigen Werte gefunden und konnten ein paar anständige Prägungen durchführen. Nur ist es ziemlich schwierig frei Hand die beiden Schablonen derart exakt übereinander zu legen, so dass recht schnell klar war: Hier muss eine Zange her.

praegezange

Quelle: ebay.de

Auch hier ist das Prinzip recht simpel: Zwei Backen halten die Schablonen und werden über einen Hebel aufeinandergepresst.

Die Backen und die Halterungen dafür wurden mit dem 3D Drucker hergestellt, der Rest mit dem Lasercutter aus POM und HDF geschnitten.

In der ersten Version werden die Schablonen jeweils mit kleinen Stellschräubchen fixiert. Die obere Backe hängt an einer kleinen Feder (ebenfalls aus POM), welche am anderen Ende der Zange festgeschraubt wird. Die exakte Positionierung ist etwas tricky, doch wenn man den Dreh raus hat, kann man damit schon ganz anständig prägen:

presse2 web

Der erste Versuch mit Acryl statt POM führte zur Zerstörung der Zange. Durch den Hebel wirken doch recht große Kräfte und gerade beim Prägen von etwas dickerem Papier waren diese Kräfte zu groß für Acryl. HDF ist schon stabil genug, doch am Besten wäre hier Metall. Unglücklicherweise kann ein CO2 Laser kein Metall schneiden, also blieb es beim HDF. Die Schablonen sind 40mm x 40mm groß, die Buchstaben 6mm hoch.

Das mit dem Zangenprototypen und optimierten Schablonen geprägte Papier kann sich sehen lassen:

praegung2 web

Dieses Blatt Papier kann niemand mehr kopieren, ohne, dass man es ganz klar sehen kann.

Als nächstes folgen Experimente mit Bildern und Mustern. Wäre doch gelacht, wenn es nicht möglich wäre, ein Bild auf Papier zu prägen.

Stay tuned

Mit besten Grüßen vom Bodensee

BonsaiBrain